Desenzano

Im Torfmoor von Polada, 4 Km von Desenzano entfernt, hat man zahlreiche Reste vorgeschichtlicher Pfahlbauten gefunden. Dies beweist die urgeschichtliche Besiedelung dieser Gegend.

Später kamen die Römer und unter den Langobarden gehörte das Gebiet der Mark Verona. Danach ging es an die Grafschaft Brescia und im Jahre 879 an das Kloster San Zeno über, bis es von Heinrich IV. zum Lehensgut der Grafen von Desenzano erklärt wurde. Unter der Herrschaft von Venedig erreichte es, dank dem am Donnerstag stattfindenden Markt, großen Wohlstand. Hier kamen Waren von der Südküste und aus den Tälern Sabbia, Trompia und Canonica. Er war einer der wichtigsten Märkte der inneren Poebene. Hier wurde vor allem Getreide verhandelt, dabei wurde der Kornpreis für die Lombardei, die Mark Treviso und Romagna festgelegt. Parallel zum Markt blühte auch der Schmuggel, so dass die Republik Venedig ständig erfolglos Gesetze erlassen und Gewalt einsetzen musste, um ihn unter Kontrolle zu halten.

Im XVII. Jahrhundert, als die Hungersnot nicht selten war, wurde der Markt öfters vom hungernden Volk überfallen. Zentrum von Desenzano ist der malerische Platz Malvezzi, der am alten Hafen liegt, wo einst die Frachtkähne für den Transport der Waren, die für den Markt bestimmt waren, angelegten. Der Platz ist von uralten Säulengängen umgeben.

Die Reste der römischen Villa sind einen Besuch wert. Hier kann man Mosaike bewundern, die fischende und reitende Putten, Tiger, Tiere, Tänzerinnen, Blumengeflechte, Obstkörbe, geometrische Verzierungen zeigen. Wegen der Feinheit der Ausführungen können diese Mosaike mit denen von Pompei verglichen werden.

Aus dem Mittelalter sind in Desenzano die Reste des Schlosses mit Hauptturm, zinnengekrönten Mauern und Türmen übriggeblieben. Es wurde zur Verteidigung gegen die Überfälle der Ungarn erbaut und später verstärkt und erweitert. In der großen Pfarrkirche, die nach dem Entwurf von Giulio Todeschini gebaut wurde, findet man Gemälde von Celesti, Palma dem Jüngeren, Domenico Brusasorci, Giandomenico Cignaroli, Zenon Veronese und Andrea Bertanza.

Das Meisterwerk der Kirche ist das "letzte Abendmahl", das von Gianbattista Tiepolo signiert ist, aber von den Kritikern dem Sohn Giandomenico zugeschreiben wird. Ein Ausflug nach San Martino della Battaglia und Solferino, die ungefähr 20 Km von Desenzano entfernt sind, ist empfehlenswert.

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Anreisetag: 10.05.2008
Abreisetag: 11.05.2008
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